Foto: Wolfgang Kleber

Eindrücke von unseren Konzertreisen und Kinderchorfreizeiten

Konzertfahrt nach Südtirol (2019)

Singen mit allen Generationen – ganz getreu dem Motto der Chormusik an der Auferstehungskirche ging es am 21. April 2019 auf große Konzertreise nach Südtirol und Süddeutschland. Denn die 55 Mann-starke-Gruppe setzte sich aus Sängerinnen und Sängern der Jugendkantorei, des Kammerchores und der Kantorei zusammen. Die Altersspanne: zwischen 11 und 80 Jahren. Im Gepäck: unter anderem Werke von Schütz, Mendelssohn Bartholdy, Grieg, Verdi, Rutter und Gjeilo. Nach der musikalischen Gestaltung des Ostergottesdienstes in der Auferstehungskirche, wartete schon der Bus mit Fahrer Rainer vor der Tür auf die Konzertreisenden. Erstes Ziel auf dem Weg nach Südtirol war Ulm. Dort hatten die drei Chöre nicht nur die Ehre, in der Ostermontagsmesse zu singen, die ganz im Zeichen der 85. Jährung der Ulmer Erklärung stand, für Schwindelfreie ging es im Anschluss auf eine Führung über die Dächer des Münsters mit dem weltweit höchsten Kirchturm. Wie es die Chorfahrttradition will, dufte in luftigen Höhen ein gemeinsames „Alta Trinita“ nicht fehlen. Von da aus ging es zur Unterkunft für die nächsten Tage, in die Jugendherberge nach Natz-Schabs. Diese verfügte nicht nur über eine idyllische Umgebung, geräumige Zimmer und leckere Hausmannskost, sondern auch über genug Probenräume. So konnte vor den Konzerten in Bozen, im Brixener Dom und im Kloster Neustift noch ausreichend geübt und Feinschliff betrieben werden. Rund um die Konzerte bleib noch genug Zeit, die Städte zu erkunden und dabei Cappuccino und Gelato zu genießen. Natürlich durfte bei einer Konzertreise nach Südtirol eine Tour durch die atemberaubende Landschaft der Dolomiten nicht fehlen, inklusive vieler Fotostopps und einer kurzen Gesangseinlage in einer Kappelle. Eine ideale Möglichkeit, die Gegend um Natz-Schabs zu entdecken, bot eine gemeinsame Wanderung. Selten so viele Obstbäume gesehen, wie dort. Wie bereits bei der Hinreise wurde auch auf dem Rückweg noch ein Halt eingelegt. Dieses Mal in München. Bevor abends die musikalische Gestaltung einer Messe sowie ein anschließenden Konzert auf dem Programm standen, ging es am Nachmittag in die Bavaria Filmstudios. Hier duften die Sängerinnen und Sänger durch das original Boot aus dem gleichnamigen Kino-Hit von Wolfgang Petersen streifen oder sich als ARD-Wettermann probieren. Das Highlight für die Jungs und Mädels der Jugendkantorei aber war, dass sie durch Computertechnik in die bekanntesten Szenen der Kult-Komödie „Fack Ju Göhte“ reingeschnitten wurden und somit mit Elyas M’Barek die Leinwand teilen durften. Aber was wäre eine Chorfahrt ohne abschließendes Konzert in der Auferstehungskirche? Und so durften die 55 Mitreisenden plus die zuhause gebliebenen Chorsänger ihr Können Anfang Mai zu Gehör bringen, gekrönt von einem langen Schlussapplaus.


Der Kammerchor feiert den Pinsedag in Oslo (2017)

Oft schon wurden die Chöre der Auferstehungskirche von Kirchen im In- und Ausland eingeladen zu konzertieren, im Jahr 2017 jedoch folgte der Kammerchor der Auferstehungskirche einer besonderen Einladung: Die Kantorin der Uranienborgkirche in Oslo Inger-Lise Ulsrud bat uns im Reformationsjahr, den dortigen Pfingstgottesdienst musikalisch zu begleiten und im Anschluss in dieser über 130 Jahre alten Kirche ein Konzert zum Reformationsjubiläum zu geben.
Am Freitag vor Pfingsten machten sich also 24 Sänger und unsere Kantorin Stefanie Westerteicher auf den Weg, um den Spuren der Reformation nicht nur in Deutschland, sondern auch im fernen Norden zu folgen. Quartier bezogen wir in Mehrbettzimmern mit Kitchenette des schönen Frogner House direkt gegenüber der Frogner Kirke in Oslo.
Am Samstag stand das vierköpfige Frühstücksteam besonders früh auf und besorgte im nah gelegenen Supermarkt norwegische Spezialitäten: Blaubeerkonfitüre, Kochkaffee, Rosinenbrötchen und Brunost: Der berühmte norwegische Karamellkäse entsteht durch langes Einkochen der Molke, hierbei karamellisiert der Milchzucker. Eng aber gemütlich wurde in drei Gruppen auf den Zimmern gefrühstückt. Danach besuchten wir die Chorbühne des Musikfestivals von Oslo, bei welchem an über 50 Orten Musik aller Genres gespielt wurde.
Am Abend hatten wir die Ehre, den Gottesdienst am Vorabend der Konfirmation in der deutschen Gemeinde musikalisch zu begleiten. Die Gemeinde ist so klein, dass der Kirchraum sich im Erdgeschoss einer alten Stadtvilla befindet und es in diesem Jahr auch nur zwei Konfirmanden gibt. Die überwältigende Gastfreundschaft des Pfarrers Sebastian Wilhelm und der Gemeinde ließen uns aber schnell die Größe des Raumes vergessen, und so verlangte die Gemeinde nach dem Gottesdienst noch ein paar Zugaben zu hören. Ein Bild hiervon können Sie auf der Homepage der Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Norwegen finden. Doch wir durften nicht allzuviel Zeit verlieren, denn wir hatten noch eine Probe für den Pfingstsonntag vor uns.
Am nächsten Morgen sangen wir in der Uranienborgkirche. Die Aussprache des Norwegischen stellte zwar eine Herausforderung dar, aber wir gaben unser Bestes und sangen auch die Gemeindelieder mit. Es war ein sehr bewegender Gottesdienst, gemeinsam mit der Gemeinde, welche die 1200 Plätze der Kirche fast vollständig füllte, feierten wir nicht nur Pfingsten; Pfarrer Eirik Mills taufte auch zwei kleine Jungen: Olav und Romeo. Die Geschichte der evangelisch-lutherischen Norwegischen Kirche ist besonders seit der Jahrtausendwende sehr bewegt und so ist auch das Gemeindeleben sehr lebendig, immerhin bekennen sich 70% der Norweger zum evangelischen Glauben. Erst seit dem 1. Januar 2017 ist die Norwegische Kirche vollständig vom norwegischen Staat unabhängig und welche Fährnisse aber auch Chancen sich hier auftun, wird die Zeit zeigen.
Da die Norweger reichhaltig frühstücken und zum Mittagessen nur einen kleinen Imbiss nehmen, umfasste das formiddagsmat in der Gemeinde auch belegte Brote und Gebäck, hierbei kamen viele von uns ins Gespräch mit der Gemeinde und konnten interessante Einsichten in das Leben norwegischer Prostestanten gewinnen. Ein paar von uns lernten übrigens den berühmten Fussballer und Trainer Rune Bratseth kennen, der Pfingsten in Oslo verbrachte.
Unser Konzert begann um 13.15 und fast alle Gottesdienstbesucher blieben, um uns zu lauschen. Nicht nur die atemberaubenden Orgelstücke, die Professorin Inger-Lise Ulsrud zu Gehör brachte - passend zum Programm die Orgelsonate über „Aus tiefer Not“, sowie Improvisationen über Luther Choräle, auch der Kammerchor wusste zu überzeugen. Zwei Stücke, die nur die Damen sangen, rührten zu Tränen, und die Solisten überzeugten mit feinsinnigem Gesang. Beifallsstürme und zwei Zugaben gaben uns Recht. Am Montag besichtigten wir das Rathaus von Oslo und überraschten die anderen Touristen mit einem Impromptu Konzert (viele zückten ihre Kameras, wir warten noch auf die Uploads bei YouTube). Nach einer Fährfahrt zur Museumsinsel bewunderten wir Im Kon-Tiki Museum die berühmten Gefährte des Wissenschaftlers und Abenteurers Thor Heyerdahl, die Kon-Tiki und die Ra II. Direkt nebenan besuchten wir die Fram, die unter Fridtjof Nansen und Roald Amundsen weiter nach Norden und Süden fuhr als jedes andere Holzschiff.
Am Abend machten wir uns auf, um im größten norwegischen Opernhaus das Ballett Don Quixote zu besuchen.
Nun blieb uns am nächsten Tag nur der Besuch des unbeschreiblichen Skulpturenparks Gustav Vigelands und der Akershusfestung aus dem Jahre 1300, um unseren Oslobesuch abzurunden, bevor wir ins Flugzeug stiegen und angefüllt mit Erinnerungen und Erlebnissen zurück nach Düsseldorf flogen.
Kolja Buhlmann




Wenn Engel reisen...


Die Jugendkantorei unterwegs in Wien und Kärnten

Kaiserwetter hatten wir nicht gerade, als wir frühmorgens in den Bus stiegen und uns auf den Weg in den Süden Deutschlands machten. Und auch ein bißchen Wehmut war vielleicht dabei, denn schließlich war es für manchen Veteranen der Jugendkantorei die letzte Chorfahrt als Juka-Mitglied. Trotzdem hatten wir aber jede Menge Spaß auf unserer Reise durch Bayern und Österreich. Gleich in Regensburg, unserer ersten Station, durften wir in einem festlichen Erntedankgottesdienst mitsingen, bevor es über einen Zwischenhalt im berühmten Kloster Melk weiterging in die große alte Hauptstadt Wien. Dort nun in der Tat gab es vieles zu entdecken und zu erleben: nicht nur die berühmte Wiener Kaffeehauskultur, sondern auch zahlreiche Museen, die das eine oder andere wirklich Unbekannte zu enthüllen hatten: wer weiß schon, dass „Sissi“, die bekannte Kaiserin Elisabeth eine reiselustige, selbstbewusste Person war, die auch wunderschöne Gedichte schrieb, in denen sie die Gesellschaft ihrer Zeit scharfsichtig beschrieben hat? Auch die Führung durch die kaiserliche Sommerresidenz Schloss Schönbrunn und seinen riesigen Park ist uns wohl allen in Erinnerung geblieben. Leider hat uns Wien auch eine Enttäuschung nicht erspart: das große Riesenrad im Prater war schon geschlossen, als wir dort ankamen. Aber die Fahrt mit dem zweiten Rad in seinen offenen Kabinen, war bestimmt genauso schön – wir durften sogar eine Ehrenrunde auf Kosten des Veranstalters drehen! Dass sich einige von uns dann auch noch in die Geisterbahn getraut haben, sei am Rande erwähnt. Da war es wirklich gruselig.
Der Höhepunkt der Reise war mit Sicherheit Kärnten: am - in der Tat „wunderschönen“ - Wörther See war unsere Jugendherberge gelegen, der so klar ist, dass man darin die Fische schwimmen sehen kann. Von hier aus unternahmen wir eine idyllische Wanderung zu einer Bergkapelle, haben natürlich auch fleißig geprobt und lernten die Geschichte der Evangelischen Christen in Österreichs Süden kennen. Außerdem hieß es fast täglich: ab ins kühle Nass – nicht nur das des Sees, in den sich einige gewagt haben, sondern auch ins hauseigene Schwimmbad, das für die ganze Gruppe ein wirklich wichtiger Anlaufpunkt zur Erholung und Abkühlung gewesen ist. Zum Abschluss der Fahrt übernachteten wir in der idyllischen Jugendherberge „Burg Schwaneck“ in Pullach bei München: wann hat man schon mal beim Frühstück Gelegenheit, in den Wald zu sehen? – Viermal haben wir unsere Gastgeber mit unserer Musik erfreut, und mussten uns dabei auf die unterschiedlichsten Räume und klanglichen Wirkungen einstellen – schließlich gibt es keine Kirche, die der anderen gleicht. Aber gleichgültig, ob es drinnen kalt war, wir mit großem Nachhall zu kämpfen hatten oder es scharfe Bremsmanöver unseres Busfahrers gab –alle Herausforderungen haben wir gemeistert. Das wurde natürlich nur durch die professionelle Leitung unserer Kantorin möglich – ihr und allen, die die Fahrt vorbereitet haben, möchte der Autor dieser Zeilen noch einmal herzlich danken.

Raoul M.Kisselbach



Kinderchorfreizeit Waldbröl 2012

Jedes Jahr machen die Kinderchöre der Auferstehungskirche zusammen eine Chorfahrt nach Waldbröl. Auch dieses Jahr packten 43 Kinder, 6 Helfer und Steffi Westerteicher, unsere Chorleiterin ihre Koffer und machten sich auf den Weg in ein aufregendes Wochenende. Die Busfahrt war wieder ein Riesenspaß, und so manch einer hatte danach schon keine Süßigkeiten mehr – dafür Bauchschmerzen. Nachdem wir die 2 Stunden Fahrt gut überstanden hatten, wurden wir freundlich im Haus „Pempelfort“ begrüßt. Die Zimmer wurden verteilt und die Betten bezogen. Nach dem Abendessen gab es schon das erste Abenteuer (eine Nachtwanderung). Während die Jüngeren mit Kolja und Matthias spielten, bereiteten die Älteren die Strecke vor und versteckten sich am Weg, um die anderen zu erschrecken und ihnen Hinweise zu geben. Viele hatten Spaß, aber es gab auch einige, die sich gefürchtet haben, vor allem, als sie eine kurze Strecke im stockdunklen alleine gehen mussten. Danach gab es noch eine Gutenacht-geschichte und dann ging es ins Bett. Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich um halb acht von Andrea geweckt, um um acht Uhr zu frühstücken. Danach hatten wir eine halbe Stunde Freizeit, um danach ausgeruht proben zu können. Nach der gemeinsamen Probe wurden wir in Gruppen aufgeteilt, in denen wir abwechselnd gesungen, gebastelt und gespielt haben. Nach dem leckeren Mittagessen (Nudeln mit Tomatensoße) hatten wir noch Zeit, das Gelände zu erkunden. Wir durften auch in den Wald gehen. Auch an diesem Tag haben wir älteren etwas für die Jüngeren vorbereitet: nämlich eine Schnitzeljagd. Wir haben uns an dem Singspiel „Israel in Ägypten“ orientiert und haben uns dazu Aufgaben ausgedacht. Abends grillten wir erst Würstchen, die wir draußen essen durften, dann suchten wir im Wald nach passenden Stöcken für das Stockbrot. Nach dem Lagerfeuer (bei Vollmond!) und der Schnitzeljagd waren alle so erschöpft, dass sie sofort einschliefen. Am nächsten Tag bastelten wir noch zu Ende und probten für das kleine Konzert für das Küchenpersonal. Nach dem Mittagessen mussten wir leider wieder nach Hause fahren. Doch alle freuen sich schon auf die nächste Chorfreizeit, bzw. wir Großen auf die Konzertreise nach Wien.

Livia B., Clara Bü., Chigozie O.