Foto: Wolfgang Kleber

Johannespassion in der Auferstehungskirche

Große Begeisterung für die Aufführung der Johannespassion in der Auferstehungskirche: Kantorin Stefanie Westerteicher leitete mit präzisem Gestaltungswillen und Hingabe das dramatische Bachsche Werk, das man zur Passionszeit immer wieder hören möchte. 1724 hatte Johann Sebastian Bach dieses Opus als Leipziger Kirchenmusiker uraufgeführt, obwohl die Leipziger eigentlich gegen jede Art von theatralischer, neumodischer Musik in der Kirche eingestellt gewesen waren. Doch die Musik war stärker. Mit dem Kammerchor, dessen Sängerinnen und Sänger zwischen 20 und 40 Jahren sind, Gesangs- Solisten und dem Barockensemble camerata coelestis, das Meister Alter Musik ebenso wie Studenten der Folkwang Universität in seinen Reihen hat, führte Westerteicher das Werk auf. Die alten Instrumente – Barockoboe, Barockfagott, Blockflöten, Streicher mit Darmsaiten, dabei auch eine Viola da Gamba – färbten vom ersten Ton an mit eigenem Klang diese Interpretation. Seltsam zart, fast verschleiert ertönte die orchestrale Einleitung. Umso heftiger durfte der Chor mit seinem Eingangssatz strahlen. Sensibler Ausdruck und pointierte Strahlkraft war durchs ganze Werk zu vernehmen. Gela Birckenstaedt ließ einen kostbaren Sopran und Elvira Bill eine fein modulierte Altstimme hören. Als expressiver Evangelist und Tenor glänzte Manuel König, als Christus imponierte Hagen-Goar Bornmann. Große Anerkennung verdient der Bass Christoph Scheeben, der in letzter Minute für den erkrankten Norman Patzke einspringen musste. Minutenlange Stille am Ende der Aufführung unterstrich die Wirkung, die von von dieser Interpretation ausgegangen war. DSG
KOMPAKT PANORAMA - Die Kritik